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Markus Lüpertz. Eule - Hunger auf Fisch, 1990, Öl auf Karton

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Markus Lüpertz. Maler und Muse, 1979, Öl auf Leinwand

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Markus Lüpertz. Standbein - Spielbein, ca. 1982, Bronze koloriert

1.4.2022 – 15.11.2022

Markus Lüpertz
1970-1995 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen

Erstmals seit Bestehen öffneten die Betreiber das KUNSTHAUS TAUNUSSTEIN einem Künstler für eine Soloschau: Markus Lüpertz, Maler-Bildhauer und immer wieder gern auch als “Malerfürst“ tituliert. Gezeigt wurden frühe Arbeiten, sämtlich aus Privatsammlungen und vorher noch niemals öffentlich zugänglich.

Lüpertz schlug einen eigenen Weg ein. Er gilt als Schaffender, der, statt sie zu unterminieren, auf Tradition setzt. Er muss keine Regeln brechen, er ignoriert sie schlicht. Man könnte ihn vielleicht als Neoexpressionisten bezeichnen, so hat er es jedenfalls selbst einmal formuliert, aber das gilt sicher nicht für sein gesamtes malerisches Werk.

Seit etwa 1970 ist von der Motivmalerei bei Lüpertz die Rede. Dazu zählt unter anderen die Lokomotive, hier in mehrfacher Ausfertigung gezeigt. Kann sein, dass er sich ab und zu von seinem Umfeld inspirieren lässt, so vielleicht im Salzburger Tagebuch von 1983, das während seiner Sommerakademie-Professur dort entstand – drei Gemälde dazu fanden sich in der Ausstellung. Oder im New York Tagebuch von 1984 – zu sehen war ein Bild aus dem gemalten Tagebuch eines Amerika-Aufenthaltes.

Eines seiner bekanntesten Werke ist die Bildfolge „Parsifal – Männer ohne Frauen“, entstanden zwischen 1993 und 1995. Mit kräftigen Pinselstrichen abstrahiert Lüpertz männliche Köpfe mit langem Hals, die in Form und Mimik variieren. Gesichter scheinen zu entstehen aus Kreuz, Linie, Form und Farbe – es sind Variationen von Männergesichtern, manche auch weinend. Lüpertz selbst nennt diese Serie „ein Rätsel, das ich stelle…“ Mehrere Varianten konnten im Kunsthaus entdeckt werden. Auch die beiden Gemälde „Nächtliche Klage“ und „Hausbesetzer“, dem Duktus wie dem Titel nach den Geist der sogenannten Neuen Wilden atmend, waren zu sehen.

Sein bildhauerisches Schaffen wurde anhand einer bezaubernden kleinen kolorierten Bronze „Standbein – Spielbein“ von 1982 gezeigt, ebenso wie mit der eindrucksvollen großen Kopfstudie „Titan“ oder den Bronzen „Der Mohr“ und „Felix“.

 

Der Ausstellungskatalog ist im Kunsthaus erhältlich.

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